Bilderserie
nach Texten von Max Stirner *
angefertigt von dem Leipziger Künstler Michael
Blümel
Geist
heißt die erste Selbstfindung, die erste Entgötterung
des göttlichen, d.h. des unheimlichen, des Spuks,
der „oberen Mächte“.
Fremdheit
ist ein Kennzeichen des „heiligen“. In allem Heiligen
liegt etwas „unheimliches“, d.h. fremdes, worin wir
nicht ganz heimisch und zuhause sind.
Was mir heilig ist, das ist mir nicht eigen.
Man
sieht, wie es wieder „der Mensch“ ist, der auch den
Begriff des Verbrechens, der Sünde, und damit den des Rechts
zuwege bringt. Ein Mensch, in welchem ich nicht „den Menschen“
erkenne, ist ein „Sünder“, ein Schuldiger.
Nimm
dir nur ein heiliges Interesse zu Herzen, so bist du gefangen und
wirst um deine eigenen Interessen betrogen werden. Sprich das Interesse,
welches du heute verfolgst, heilig, so bist du morgen sein Sklave.
Wer
hätte es niemals, bewußter oder unbewußter gemerkt,
daß unsere ganze Erziehung darauf ausgeht, Gefühle in
uns zu erzeugen, d.h. sie uns einzugeben, statt die Erzeugung derselbigen
uns zu überlassen, wie sie auch ausfallen mögen. Hören
wir den Namen Gottes, so sollen wir Gottesfurcht empfinden, hören
wir den der fürstlichen Majestät, so soll er mit Ehrfurcht,
Ehrerbietung, Untertänigkeit aufgenommen werden, hören
wir den der Moral, so sollen wir etwas unverletzliches zu hören
meinen, hören wir von den Bösen, so sollen wir Schaudern
usw..
Was
man Staat nennt, ist ein Gewebe und Geflecht von Abhängigkeit
und Anhänglichkeit, es ist eine Zusammengehörigkeit, ein
Zusammenhalten, wobei die Zusammengeordneten sich ineinannder schichten,
kurz, gegenseitig voneinander abhängen; er ist die Ordnung
dieser Abhängigkeit.
Der
Freigegebene ist nichts als ein Freigelassener, ein libertinus,
ein Hund, der ein Stück Kette mitschleppt: er ist ein unfreier
im Gewande der Freiheit, wie der Esel in der Löwenhaut...
All
unsere romantische Liebe bewegt sich in demselben Ausschnitt: überall
die Heuchelei oder vielmehr Selbsttäuschung einer „uneigennützigen
Liebe“, ein Interesse am Gegenstande um des Gegenstandes willen,
nicht um meinet- und zwar allein um meinetwillen.
Die
Kunst schafft Entzweiung, indem sie den Menschen das Ideal entgegenstellt;
der Anblick des Idealen aber, der so lange dauert, bis vom unverwandten,
gierigen Auge das Ideal wieder eingesogen und verschlungen worden,
heißt Religion.
Läßt
du dir von einem anderen Recht geben, so mußt du nicht minder
dir von ihm Unrecht geben lassen; kommt dir von ihm die Rechtfertigung
und Belohnung, so erwarte auch keine Anklage und Strafe. Dem Rechte
geht das Unrecht, der Gesetzlichkeit das Verbrechen zur Seite.
Erst
dann, wenn ich meiner gewiß bin und mich nicht mehr Suche,
bin ich wahrhaft mein Eigentum: ich habe mich, darum brauche und
genieße ich mich. Dagegen kann ich meiner nimmermehr froh
werden, so lange ich denke, mein wahres Ich hätte ich erst
noch zu finden.
Nur
wenn ein Mensch auch sein Fleisch vernimmt, vernimmt er sich ganz,
und nur, wenn er sich ganz vernimmt, ist er vernehmend oder vernünftig.
* Technik:
Ritzzeichnung in Ölpastell mit einem Brieföffner aus den
20er Jahren angefertigt / jeweils in A4-Format; Verkaufspreis: 2640
Euro für alle 12 Blätter [Unikate]
Diese
Ölpastelle können auch als Farbkopien (limitierte Ausgabe)
für einen Preis von 25,00 Euro erworben werden! |